News · Google ergänzt Agentspace um einen No-Code Agent Designer und einen Sucheinstiegspunkt in Chrome
Google ergänzt Agentspace um einen No-Code Agent Designer und einen Sucheinstiegspunkt in Chrome
Auf der Cloud Next hat Google Agentspace erweitert: um von Mitarbeitenden erstellte Agenten, vorgefertigte Deep-Research- und Idea-Generation-Agenten sowie Enterprise Search direkt in Chrome – ein Produkt, das inzwischen in Gemini Enterprise aufgegangen ist.
Was Google tatsächlich in Agentspace integriert hat
Die Ankündigung vom 9. April umfasst drei konkrete Neuerungen. Erstens können Mitarbeitende jetzt direkt über das Suchfeld in Chrome auf die einheitlichen Funktionen von Agentspace für Enterprise Search, Analyse und Synthese zugreifen. Zweitens ermöglicht ein No-Code Agent Designer Mitarbeitenden jeder technischen Erfahrungsstufe, eigene Agenten für ihre Arbeitsabläufe zu erstellen. Drittens liefert Agentspace zwei von Google entwickelte Agenten, Deep Research und Idea Generation, zusätzlich zum bereits verfügbaren NotebookLM for Enterprise.
Keines davon ist ein Modell-Release. Es handelt sich um Distributions- und Erstellungsebenen, die auf Googles Foundation-Modellen aufsetzen. Das erklärte Ziel ist eng gefasst und operativ: das Erstellen und Nutzen von Agenten zu vereinfachen. Diese Einordnung ist wichtig, denn sie zeigt, dass Google auf der letzten Meile konkurriert – bei der Frage, wie Agenten gebaut und erreicht werden – und nicht allein über die reine Modellleistung.
Die Suche in der Adressleiste ist der eigentliche Automatisierungshebel
Die Integration der Chrome-Suchleiste ist das für die Automatisierung folgenreichste Detail, und sie wird leicht unterschätzt. Tools für Enterprise Search scheitern meist nicht an der Qualität der Ergebnisse, sondern an der Akzeptanz: Mitarbeitende verlassen ihre gewohnten Tools nicht, um ein separates Portal aufzurufen. Indem Google Agentspace direkt aus der Browserleiste abfragbar macht, die Mitarbeitende ohnehin hunderte Mal am Tag nutzen, entfällt der Kontextwechsel, an dem interne Wissenstools sonst scheitern.
Für Teams, die Wissensarbeit automatisieren, ist der Ort des Einstiegspunkts genauso entscheidend wie die zugrunde liegende Funktion. Eine Synthese-Engine, die einen bewussten Besuch erfordert, wird wöchentlich genutzt; eine, die aus der Adressleiste heraus antwortet, wird reflexhaft genutzt.
Der No-Code Agent Designer verändert, wer Automatisierung baut
Der Agent Designer richtet sich an Mitarbeitende jeder technischen Erfahrungsstufe – der vorgesehene Ersteller eines Agenten ist also die Person, die den Arbeitsablauf verantwortet, nicht ein zentrales Engineering-Team. Das ist ein bewusster Trade-off. Er erhöht die Anzahl der Agenten, die eine Organisation produzieren kann, verteilt aber auch die Verantwortung für Abgrenzung, Datenzugriff und Korrektheit auf Personen, die diese Kategorien womöglich nicht gewohnt sind.
Die vorgefertigten Agenten – Deep Research und Idea Generation – federn dieses Risiko ab, indem sie geprüfte, von Google erstellte Ausgangspunkte bieten. In der Praxis wird sich bei den meisten Organisationen eine Mischung zeigen: eine Handvoll offizieller Agenten plus ein langer Schwanz von Mitarbeiter-Agenten. Wie dieser lange Schwanz governt werden soll, beschreibt die Ankündigung nicht.
Die genannten Kunden und die Neueinordnung nach sechs Monaten
Google nennt Interesse von Banco BV, Cohesity, Gordon Food Services, KPMG, Rubrik und Wells Fargo – eine Liste mit Schwerpunkt auf regulierten Finanz- und Datenmanagement-Unternehmen, also genau den Umgebungen, in denen Enterprise Search und kontrollierte Agentenerstellung den höchsten Einsatz und die größte Prüfung erfordern.
Der aufschlussreichste Satz findet sich jedoch in der Redaktionsnotiz vom 9. Oktober 2025: Agentspace ist inzwischen Teil von Gemini Enterprise, und seine Technologie zur Agentenerstellung und -orchestrierung treibt die Kernfunktionalität dieser Plattform an. Die hier angekündigten Funktionen haben den Produktnamen überlebt. Für alle, die Agentspace nach dem Stand vom April bewerten, bedeutet das in der Praxis: Der Chrome-Einstiegspunkt, der Agent Designer und die vorgefertigten Agenten waren frühe Bausteine einer größeren Plattform-Konsolidierung – und sollten als Fähigkeiten von Gemini Enterprise betrachtet werden, nicht als eigenständiges Produkt.
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