News · Google Clouds KI-Präsentation im Gesundheitswesen auf der HIMSS 2025 setzt direkt in bestehenden klinischen Arbeitsabläufen an

Mar, 34 Min. Lesezeit
Frontend

Google Clouds KI-Präsentation im Gesundheitswesen auf der HIMSS 2025 setzt direkt in bestehenden klinischen Arbeitsabläufen an

Sechs namentlich genannte Partner haben mit Vertex AI Suchfunktionen und Agenten entwickelt, doch das eigentlich Bemerkenswerte ist, wo diese Oberflächen auftauchen — direkt im EHR und in den Tools, die Klinikpersonal bereits täglich nutzt.

Was Google auf der HIMSS 2025 tatsächlich angekündigt hat

Google Cloud nutzte seinen HIMSS-2025-Beitrag, um konkrete Kunden zu nennen, die auf zwei Produkten aufbauen: Vertex AI Search for Healthcare und die zugehörigen Agenten-Tools, darunter Google Agentspace. Die Einteilung erfolgt in „KI-Agenten“ und „Suche mit generativer KI“, wobei jede genannte Organisation einer dieser beiden Kategorien zugeordnet wird.

Im Bereich Agenten führt Basalt Health Agenten ein, die Patientenakten vorbereiten und administrative Aufgaben für medizinische Assistenzkräfte übernehmen und dabei Versorgungslücken wie überfällige Mammographien oder Koloskopien erkennen können. Google positioniert Agentspace als die Schicht, die Agenten mit Datenquellen verbindet, Arbeitsabläufe definiert und die Leistung überwacht — quasi das Fundament unter einem kundenspezifischen Agenten wie dem von Basalt.

Im Bereich Suche treten vier Organisationen auf: Freenome (priorisiert Kandidaten für Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen anhand anonymisierter Daten), Counterpart Health (eine Tochtergesellschaft von Clover Health, die über mehr als 100 integrierte Datenquellen in der Patientenakte sucht), MEDITECH und Suki. Alle vier setzen laut Beschreibung auf Vertex AI Search for Healthcare auf.

Die im Kundenverzeichnis verborgene Frontend-Entscheidung

Die eigentliche Frontend-Geschichte zeigt sich darin, wo diese Funktionen erscheinen. Das Beispiel von MEDITECH ist am deutlichsten: Das Unternehmen hat KI-gestützte Suche und Zusammenfassung „direkt in sein elektronisches Patientenaktensystem Expanse“ integriert, sodass Klinikpersonal zusammengefasste Akten, Laborwerte und Notizen „ganz in den gewohnten Arbeitsabläufen“ erhält. Es muss keine neue App geöffnet werden.

Counterpart Health folgt derselben Logik. Die Software Counterpart Assistant bringt eine generative Sucherfahrung „direkt an den Behandlungsort“ und fasst aktuelle Testergebnisse, Krankenhausentlassungen und Medikamententreue dort zusammen, wo das Klinikpersonal bereits arbeitet. Der Assistent von Suki erlaubt es einem Arzt, in natürlicher Sprache nach dem passenden Zeitpunkt für eine Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung angesichts der Familienanamnese zu fragen und eine knappe, generierte Antwort zu erhalten — die medizinische Nachschlagefunktion fügt sich in einen Assistenten ein, der bereits Dokumentation im Hintergrund und Kodierungsvorschläge übernimmt.

Google bringt es selbst auf den Punkt: Das Gesundheitswesen sei „datenreich, aber informationsarm“. Der Engpass, den diese Partner angehen, ist nicht die Speicherung, sondern der Abruf im entscheidenden Behandlungsmoment. Das verändert die Frontend-Fragestellung — der Gewinn liegt nicht in einer besseren Suchseite, sondern darin, den Kontextwechsel weg von der Akte, der Karte oder dem Assistenten zu vermeiden, dem das Klinikpersonal bereits vertraut.

Agenten versus Suche: unterschiedliche Frontend-Ansätze

Die beiden Kategorien stehen für unterschiedliche Interaktionsmodelle. Suche, wie sie für MEDITECH und Suki beschrieben wird, funktioniert nach dem Pull-Prinzip: Das Klinikpersonal stellt eine Frage, das System liefert eine zusammengefasste Antwort. Die Agenten von Basalt arbeiten nach dem Push-Prinzip: Sie bereiten Akten vor Terminen vor und zeigen erkannte Risiken an, ohne dass danach gefragt wird. Google weist darauf hin, dass sich Agenten „noch in einem frühen Stadium“ befinden, und beschreibt explorative Anwendungsfälle wie Fernüberwachung und Wirkstoffforschung.

Diese Offenheit ist bemerkenswert. Die Suchbeispiele sind bereits produktiv eingesetzte Funktionen in echten Tools; bei den Agentenbeispielen ist von Formulierungen wie „Forscher untersuchen derzeit“ und „frühes Stadium“ die Rede, während Basalt als bereits eingeführt beschrieben wird. Für Teams, die dies bewerten, ist die Reifelücke zwischen einem Zusammenfassungspanel im EHR und einem eigenständig arbeitenden Agenten zur Aktenvorbereitung real — und Googles eigene Wortwahl macht das deutlich.

Die Beschreibung von Basalt benennt auch die frontendnahen Verpflichtungen: Betrieb in einer sicheren Google-Cloud-Umgebung, Zusammenführung strukturierter und unstrukturierter Daten sowie „die Einhaltung ethischer Standards, Sicherstellung von Transparenz und der Umgang mit Fragen wie Datenschutz und algorithmischer Verzerrung“. Genau diese Einschränkungen bestimmen, wie ein autonomer Agent medizinischen Assistenzkräften präsentiert und wie er ihr Vertrauen gewinnen kann.

Die Schlussfolgerung: Verbreitung läuft über das bestehende System, nicht über einen neuen Tab

Der rote Faden dieser Ankündigung ist, dass Google Cloud Klinikpersonal nicht dazu auffordert, eine neue Anwendung zu übernehmen. Stattdessen liefert das Unternehmen Such- und Agenteninfrastruktur an die Anbieter — EHR-Systeme wie MEDITECH, Assistenten wie Suki, Versorgungssoftware wie Counterpart — die Klinikpersonal bereits jeden Tag öffnet.

Für Teams, die klinische Frontends entwickeln, lautet die praktische Erkenntnis: Die verteidigungsfähige Oberfläche ist der bestehende Arbeitsablauf. Eine Retrieval- oder Agentenfunktion, die nur einen Klick innerhalb von Expanse oder eines Hintergrundassistenten entfernt liegt, überwindet eine Akzeptanzhürde, die ein eigenständiges Tool niemals schaffen würde. Alle in diesem Beitrag genannten Partner haben sich für Integration statt für eine eigene Anwendung entschieden — und genau diese Entscheidung, mehr als das zugrunde liegende Modell, macht diese Funktionen am Behandlungsort tatsächlich nutzbar.

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