News · Google öffnet „Bevorzugte Quellen“ in Top-Meldungen weltweit für englischsprachige Nutzer

Dec, 164 Min. Lesezeit
Automatisierung

Google öffnet „Bevorzugte Quellen“ in Top-Meldungen weltweit für englischsprachige Nutzer

Ein explizites Nutzerpräferenz-Signal fließt jetzt weltweit in Googles automatisiertes Ranking der Top-Meldungen ein – erste Daten zeigen, dass ausgewählte Quellen doppelt so viele Klicks erhalten.

Was das Stern-Symbol tatsächlich bewirkt

Google hat „Bevorzugte Quellen“ in den Top-Meldungen weltweit für alle englischsprachigen Nutzer freigeschaltet, weitere unterstützte Sprachen sollen Anfang nächsten Jahres folgen. Der Mechanismus ist bewusst einfach gehalten: Ein Stern-Symbol neben den Top-Meldungen erlaubt es Lesern, Medien zu markieren, von denen sie mehr sehen möchten – beliebig viele, mit der Möglichkeit, die Auswahl später zu ändern.

Das ist eine kleine Änderung an der Oberfläche mit großer Wirkung darauf, wie Top-Meldungen zusammengestellt werden. Top-Meldungen waren schon immer ein automatisiert erstelltes Ranking. Neu ist ein dauerhaftes, explizites Signal pro Nutzer, das neben den bisherigen impliziten Signalen des Rankings besteht. Statt Präferenzen nur aus Klicks und Verweildauer abzuleiten, lässt Google die Nutzer sie nun direkt angeben.

Die Zahl 90.000 und die Behauptung der doppelten Klicks

Google nennt zwei konkrete Zahlen aus dem früheren, eingeschränkten Rollout. Nutzer haben bereits fast 90.000 einzelne Quellen ausgewählt, von lokalen Blogs bis zu globalen Nachrichtenportalen, und wenn jemand eine bevorzugte Quelle auswählt, klickt er im Schnitt doppelt so oft auf deren Seite.

Beide Zahlen verdienen eine genaue Betrachtung. Die 90.000 beschreiben die Breite des Angebots, nicht die Tiefe der Nutzung – sie zeigen, dass der Long Tail benannt wird, nicht wie viele Nutzer das tun. Die Zahl mit den doppelten Klicks ist für Publisher die entscheidende: Eine angegebene Präferenz beeinflusst das Ranking nicht nur leicht, sie scheint den Traffic, den eine ausgewählte Quelle von Nutzern erhält, die sie bewusst gewählt haben, ungefähr zu verdoppeln. Damit schließt sich die automatisierte Schleife enger um ein selbst gewähltes Publikum.

Warum Publisher ein Help Center bekommen – nicht nur Leser

Die Ankündigung stellt die Funktion so dar, dass sie Websites hilft, ihr Publikum zu stärken, und verweist Publisher auf ein eigenes Help Center mit Materialien, um Leser dazu zu bewegen, ihre Website als bevorzugte Quelle zu markieren.

Das ist der Teil, den Teams aus der angewandten Praxis beachten sollten. Google lädt Publisher dazu ein, regelrechte Kampagnen für einen Ranking-Input zu führen – ihre bestehenden Leser in ein dauerhaftes Präferenzsignal umzuwandeln, das sich dann über die automatisierte Oberfläche verstärkt. Der Stern wird zu etwas, um das eine Website auf ihren eigenen Seiten aktiv bitten kann, ähnlich wie früher um Newsletter-Anmeldungen oder Push-Berechtigungen. Der Unterschied: Dieses Signal wird in Googles Ranking gespeichert und dort wirksam, nicht in der eigenen Datenbank des Publishers.

Die Konsequenz: eine Ebene erklärter Präferenzen über automatisiertem Ranking

Der konkrete Wandel, den dieser Rollout markiert, ist das Entstehen einer expliziten Nutzerpräferenz-Ebene über Googles automatisiertem Ranking der Top-Meldungen – jetzt weltweit für Englisch, bald in allen unterstützten Sprachen. Über weite Strecken seiner Geschichte hat das System auf Basis abgeleiteten Verhaltens optimiert. Jetzt nimmt es eine direkte Anweisung entgegen und gewichtet sie, laut Googles eigenen Daten, stark genug, um die Klickrate zu verdoppeln.

Für alle, die auf Nachrichtenverteilung aufbauen, verändert das die Dynamik der Oberfläche: Sichtbarkeit hängt zum Teil davon ab, wer Leser dazu bewegen kann, einen Stern zu setzen, und Traffic fließt zu Quellen, auf die sich Nutzer im Voraus festgelegt haben. Im kommenden Jahr lohnt sich ein Blick darauf, ob der mehrsprachige Rollout den doppelten Effekt beibehält und ob sich der Long Tail der 90.000 Quellen hält oder sich auf die großen Anbieter konzentriert, die am besten für den Klick werben können.

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