News · Meta stützt seine FTC-Kartellverteidigung auf Marktdefinition und KI-Investitionen
Meta stützt seine FTC-Kartellverteidigung auf Marktdefinition und KI-Investitionen
Am Vorabend des Prozesses argumentiert Metas Chief Legal Officer, dass TikTok und YouTube in den vom FTC eng gefassten Markt gehören – und verknüpft den Ausgang mit der KI-Wettbewerbsfähigkeit der USA.
Im Kern geht es darum, wie man die Marktgrenzen zieht
Der Kern von Metas Argumentation, die Chief Legal Officer Jennifer Newstead einen Tag vor Prozessbeginn veröffentlichte, ist ein Streit über die Marktdefinition. Laut Meta stützt sich der Fall der FTC auf einen Markt, in dem Facebook und Instagram nur mit Snapchat und einer App namens MeWe konkurrieren.
Metas Gegenargument ist empirisch: Auf TikTok und YouTube werde mehr Zeit verbracht als auf Facebook oder Instagram, und würde man diese beiden Apps in den von der FTC definierten Markt einbeziehen, fiele Metas Marktanteil unter 30 %.
Die Beweise im Prozess werden zeigen, was jeder 17-Jährige auf der Welt bereits weiß: Instagram konkurriert mit TikTok (und mit YouTube, X und vielen anderen Apps).Montana Labs
Der einzige konkrete Verhaltensdatenpunkt, den Meta anführt, ist der TikTok-Ausfall Anfang 2025: Als TikTok in den USA nicht erreichbar war, schnellte die Instagram-Nutzung nach oben. Meta wertet diese Substitution als Beweis dafür, dass beide Apps um dasselbe Nutzerverhalten konkurrieren.
Die Produkt-Roadmap wird als juristisches Beweismittel genutzt
Bemerkenswert ist, dass Meta seine Produktgeschichte als juristische Verteidigung umdeutet. Der Beitrag listet auf, was nach jeder Übernahme entwickelt wurde: In-App-Messaging, Livestreaming, Stories und Reels für Instagram; bei WhatsApp der Wandel von einem kostenpflichtigen Abo-Dienst zu einem kostenlosen, Ende-zu-Ende-verschlüsselten Dienst mit Sprach- und Videoanrufen, Status und Kanälen.
Das Argument lautet, dass diese Funktionen sowie die jeweils zwei Milliarden monatlich aktiven Nutzer Vorteile für die Verbraucher sind, die ohne die Übernahmen nicht existieren würden – ein Versuch, Produktinvestitionen in eine Verteidigung im Sinne von Wettbewerb und Verbraucherwohl umzumünzen, statt sich nur auf Marktanteilszahlen zu stützen.
KI taucht einmal auf, als Argument über die Tragweite des Falls
Für einen Beitrag, der durch die Brille von KI-Produkten gelesen wird, fällt der KI-Bezug dünn, aber gezielt aus. Meta erwähnt KI genau einmal und argumentiert, es ergebe keinen Sinn, dass Regulierungsbehörden US-Unternehmen ausgerechnet jetzt schwächen, 'wo wir sie am meisten brauchen, um in den Wettbewerb mit China um die Führungsrolle bei KI zu investieren.'
KI ist hier kein Bestandteil der kartellrechtlichen Argumentation, sondern ein rhetorisches Framing. Meta verknüpft dies mit der Beobachtung, dass die Regierung gleichzeitig versucht, das 'chinesische TikTok zu retten', während die FTC Meta zerschlagen will – und stellt eine Zerschlagung so als selbstverschuldeten Nachteil in einem geopolitischen Technologiewettlauf dar.
Die Implikation: Eine abgeschlossene Übernahme wird neu aufgerollt, während Meta auf KI setzt
Meta betont, dass die FTC beide Übernahmen bereits vor über zehn Jahren geprüft und genehmigt hat, und weist darauf hin, dass die Instagram-Übernahme zeitlich näher an der Gründung von Facebook liegt als am heutigen Tag. Die Formulierung – 'kein Deal ist je wirklich endgültig' – zielt auf die abschreckende Wirkung für künftige Investitionen ab.
Die konkrete Implikation ist, dass Meta ein Gericht dazu bewegen will, anzuerkennen, dass das eigene Wachstum von Instagram und WhatsApp sowie der sichtbare Aufstieg von TikTok und YouTube die übernommenen Vermögenswerte längst wettbewerbsfähig statt monopolistisch gemacht haben. Das ist eine Verteidigung, die auf Ergebnissen aufbaut, nicht auf der Absicht zum Zeitpunkt des Kaufs. Ob Gerichte die heutige Substitution stärker gewichten als eine über zehn Jahre alte Deal-Struktur, ist die Frage, die der Prozess entscheiden wird – und Meta hat sich entschieden, sie zumindest teilweise als Frage der nationalen KI-Wettbewerbsfähigkeit zu verhandeln.
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